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Stefan Hirsch - 3. Semester und Diplomarbeit im Ausland

Zu meinem Studium:
Ich habe von 1988 bis 1992 an der FHD im Fachbereich Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtenverarbeitung studiert und im Sommer 1992 meine Diplomarbeit gemacht. Während dieses Studiums war ich zweimal über die FHD im Ausland. Beide Auslandsaufenthalte wurden damals von Professor Schah koordiniert und organisiert.

Das erste Mal war ich zum Wintersemester 1989/1990 in Sunderland (damals Sunderland Polytechnic) und habe dort das 3. Semester absolviert. Meines Wissens waren wir die Pilotgruppe mit ca. 15 Studierenden. Weitere 15 waren zur gleichen Zeit in Birmingham.

Der zweite Auslandsaufenthalt zog mich dann nach Irland. Im Sommersemester 1992 habe ich am Dublin Institute of Technology meine Diplomarbeit geschrieben. Die Organisation durch die FHD und die beiden Partnerhochschulen in Sunderland und Dublin war hervorragend. Auch kann ich die unbürokratischen Wechsel mit Anerkennung der Studiengänge und der Diplomarbeit nur positiv bewerten. Dies hat uns damals den Wechsel und das Studieren an der Partnerhochschule sehr erleichtert.

Heute sehe ich beide Auslandaufenthalte als wichtigsten Punkt meines Studiums und möchte sie keineswegs missen. Die fachlichen Erfahrungen durch das Studium sowie die menschlichen Erfahrungen durch Freundschaften sind heute ein wichtiger Punkt in meinem Leben. Unter anderem habe ich in Dublin meine jetzige Frau kennengelernt, die dort als Austauschstudentin der FH Stuttgart ihre Diplomarbeit geschrieben hat.

Zu meinem Berufsweg:
Mein weiterer Lebensweg nach Ende des Studiums sieht nun folgendermaßen aus und ist immer wieder durch weitere Auslandserfahrungen geprägt. Nach dem Studium habe ich 1993 mein Berufsleben in der Software Entwicklung bei Alcatel in Stuttgart begonnen. Hier haben sich die Auslandskenntnisse zum ersten Mal bewährt. Erstens war es ein Pluspunkt in der Bewerbung. Die damalige Personalreferentin von Alcatel war davon restlos begeistert. Außerdem konnte ich meine Kenntnisse beim täglichen Umgang mit ausländischen Kollegen und kurzen Auslandaufenthalten in China entsprechend nutzen und erweitern.

Von 1996 bis 1998 war ich als Systemingenieur bei AEG Mobile Communications (ehemalige Tochtergesellschaft der Matra-Nortel Gruppe) in Ulm tätig. Auch dort hatte ich wieder die Gelegenheit meine Fremdsprachenkenntnisse durch Mitarbeit in einem internationalen Standardisierungsgremium zu erweitern.

1998 habe ich dann zu Nortel Networks Germany gewechselt und bis Anfang 2001 als Produkt Manager in Ulm und Friedrichshafen für das europäische Forschungsprojekt GSM-Rail gearbeitet.

Dann hat mich wieder die Auslandssehnsucht gepackt und im Frühjahr 2001 bin ich mit Frau, Kind, Sack und Pack nach USA umgezogen. Seit dieser Zeit arbeite ich im Technical Sales Support für Wireless Internet (CDMA, GSM, GPRS) bei Nortel Networks in Dallas/Texas.

Fazit: Rückwirkend betrachte ich beide Auslandaufenthalte als essentiellen Teil meines Studiums und als sehr wichtige Vorbereitung auf den Job. Aber trotzdem gibt es immer noch Skeptiker, die sich auf die zusätzlichen Kosten, den zusätzlichen Aufwand , den evt. schlechteren Notendurchschnitt, sowie auf den fraglichen fachlichen Lerneffekt berufen und den Sinn eines Auslandaufenthaltes damit bezweifeln. Diese Stimmen hörte ich von ehemaligen Kommilitonen als ich mich für das Auslandsstudium der FHD entschieden habe, und solche Stimmen höre ich heute im 21. Jahrhundert immer noch. Allerdings kann ich diesen "Altbackenen" nur energisch widersprechen.

O.k., die Kosten sind höher, aber ein Urlaub im Ausland kostet auch Geld. Was man aber durch das Studium oder die Arbeit im Ausland an Lebenserfahrung gewinnt ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

O.k., der Notendurchschnitt mag sich bei dem Einen oder Anderen verschlechtern. Aber die meisten Firmen haben heute erkannt, daß es noch wichtigere Punkte als Noten gibt. Alle Personalreferenten/innen, die ich kenne, ziehen solche Zusatzkenntnisse jeder guten Note vor.

Die Zeiten der Stubenhocker und Notenstreber sind vorbei. Es geht hier nämlich nicht mehr alleine nur um Fachwissen und Englischkenntnisse, sondern auch um die Erweiterung der eigenen Persönlichkeit sowie des eigenen Horizonts auf menschlicher und kultureller Ebene. Das Fachwissen kommt später mit dem Job automatisch. Dagegen ist es in der heute immer größer werdenden internationalen Spielwiese unerläßlich, daß Mitarbeiter große Flexibilität und Anpassungsfähigkeit mitbringen. So etwas kann man am besten durch solche Zusatzstudiengänge unter Beweis stellen. Ich möchte es mal als internationale Geländetauglichkeit bezeichnen.

Es erleichtert einem auch das Leben in einem internationalen Umfeld ungemein, wenn man z.B. schon einmal im Ausland gelebt hat, und man dort durch profane Dinge des Lebens gegangen ist wie z.B. das Anmieten einer Wohnung oder eines Hauses, den Umgang mit ausländischen Behörden vor Ort oder den Kauf eines Autos, etc.

Alle großen Konzerne sind heutzutage international in den unterschiedlichsten Kulturen tätig und gutes Fachwissen und das Beherrschen der englischen Sprache alleine ist kein Pluspunkt mehr. Es ist eine elementare Grundvoraussetzung. Vielmehr ist es auch wichtig andere Kulturen zu kennen und zu verstehen. Sei es für den Umgang mit ausländischen Kollegen oder Kunden. Sei es im eigenen Land oder im Ausland.

Ich kann daher jedem Studenten nur dazu raten dieses Angebot der FHD wahrzunehmen. Es ist eine der einfachsten und unbürokratischsten Wege um ins Ausland zu kommen. Außerdem ist es eine unvergeßliche Bereicherung für den weiteren privaten und beruflichen Lebensweg.