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Erfahrungsbericht: Christian T. (WING–Maschinenbau, Diplom: Mai 2006)

Im Mai 2006 habe ich mein Studium als einer der ersten Wirtschaftsingenieure der Hochschule Darmstadt abgeschlossen. Meine Schwerpunkte legte ich während meines Studiums auf „Produktionstechnik und Logistik“ sowie „Umwelttechnik“ im Bereich Maschinenbau und auf „Projektmanagement und Controlling“ im BWL Bereich.

Mein Berufspraktisches Semester verbrachte ich bei der Lufthansa Cargo AG am Frankfurter Flughafen im Einkaufscontrolling. Dabei kam ich in Kontakt mit der European Business School in Östrich-Winkel, wo ich nach meiner Diplomarbeit in der Entwicklung der Adam Opel GmbH ein 6 monatiges Forschungspraktikum absolvierte; um die  Möglichkeit einer Doktorandenstelle zu testen. Ich entschied mich jedoch in die freie Wirtschaft zu gehen und dort Erfahrungen zu sammeln. So habe ich in Arbeitnehmerüberlassung bei Bertrandt im Qualitätswesen GM Europe gearbeitet. Während der aufkeimenden Automobilkrise wechselte ich über eine Leiharbeitsfirma in meine aktuelle Anstellung als Prozessingenieur bei Procter & Gamble Pharma.

In meiner derzeitigen Position bin ich für die Optimierung von Fertigungsprozessen und Abläufen, teilweise mit Führungsverantwortung, verantwortlich. Die Verbesserungen sind dabei unterschiedlich gelagert, teilweise liegt der Fokus darauf die Arbeit für die Mitarbeiter der Herstellung zu optimieren, teilweise darin neue Prozesse bzw. Produktionsmaschinen in die vorhandenen Abläufe einzubinden. Mein derzeitiger Schwerpunkt liegt jedoch darin den, vorhandenen Maschinenpark unempfindlicher gegen Störungen und Fehler zu machen, um somit eine hohe Prozesszuverlässigkeit zu erreichen.

Oft denke ich heute noch an meine Vorlesungen zurück und finde meist einen Zusammenhang mit meiner heutigen Tätigkeit. Durch meine relativ breite fachliche Aufstellung habe ich einiges an Fachwissen im Hinterkopf, das teilweise sehr hilfreich ist. Da man aber während des Studiums meist nicht genau abschätzen kann, in welcher Branche man letztendlich arbeitet, ist das Wichtigste, dass man aus einem Ingenieursstudium mit nimmt, dass man weiß, wie man systematisch an ein Problem rangeht und welche Teilaspekte bearbeitet werden müssen um das Problem zu lösen. Das muss meiner Meinung nach jeder Ingenieur wissen und umsetzen können.

Speziell der Wirtschaftsingenieur wird meiner Erfahrung nach von Unternehmen als eine Art „Allzweckwaffe“ eingesetzt. Mittlerweile habe ich von Vertragsverhandlungen, Konstruktion, Statistical Engineering bis hin zur Prozessoptimierung alles gemacht. Wenn eine Person dies in sich vereint, dann würde ich von einem erheblichen Nutzen eines Wirtschaftsingenieures für ein Unternehmen ausgehen. Gäbe es diese Mischung nicht, würden für solche Positionen zwei Mitarbeiter benötigt.

Weiterhin sind noch die Probleme mit der Kommunikation zwischen einem reinen Betriebswirtschaftler und einem reinen Ingenieur zu erwähnen, die es mit einem Wirtschaftsingenieur nicht in dieser Art gibt. Es klingt wahrscheinlich abgedroschen, aber diese generellen Verständigungsprobleme gibt es wirklich und ein Wirtschaftsingenieur ist hier meist das Bindeglied zwischen den beiden „Welten“.

Ich würde mich hundertprozentig wieder für ein Wirtschaftsingenieurstudium an der Hochschule Darmstadt entscheiden, wenn ich noch einmal wählen müsste oder könnte.