Aufgabenfelder
Die Berufstätigkeit der Elektroingenieurinnen und -ingenieure weist im Hinblick auf die Aufgabenfelder viele Alternativen auf. Im Folgenden sind einige kurz erläutert.

- Prozentuale Verteilung der Tätigkeitsfelder von ElektroingenieurInnen (Quelle: VDE-Ingenieursstudie 2005)
Die Aufteilung der Tätigkeiten zwischen AbsolventInnen einer Universität und einer Fachhochschule zeigt, dass UniversitätsabsolventInnen den größten Anteil in der Forschung und Entwicklung stellen. In allen anderen Feldern sind AbsolventInnen einer Fachhochschule mit einem etwa gleichen bzw. höheren Anteil vertreten.

- Prozentuale Aufteilung der Beschäftigung in verschiedenen Tätigkeitsfeldern (Quelle: VDE-Ingenieursstudie 2005)
Als Forschungsingenieur entwickelt man Methoden, Verfahren und Prototypen oder untersucht gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse nach technischer Anwendbarkeit. Der Forschungsingenieur hilft, die technische Zukunft eines Unternehmens zu sichern.
Zwischen F&E und Produktentwicklung steht der Forschungsmanager. Er organisiert den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis.
Der Entwicklungsingenieur analysiert den Produktbedarf, erstellt eine Spezifikation für ein neues Produkt und setzt diese in ein verkaufsfähiges Produkt um. Er entwickelt neue Produkte für das Unternehmen, was natürlich Wissen über die neuesten technischen Entwicklungen erfordert. Er muss sich aber auch um nicht-technische Dinge kümmern, wie z.B. die Umweltverträglichkeit und die Wirtschaftlichkeit des neuen Produktes.
Ein ständig wachsendes Tätigkeitsfeld für den F&E-Ingenieur ist die Software-Entwicklung. Das ist nämlich keineswegs die Domäne der Informatiker, da Software-Entwicklung heute eine tiefe Kenntnis des Gebietes erfordert, für das die Software entwickelt wird. Man stelle sich vor, Software für Telekommunikationsanlagen zu schreiben und keine Ahnung von solchen Anlagen zu haben! Der Ingenieur implementiert Software, d.h. er konzipiert und programmiert, oder er passt Softwareprodukte an die Bedürfnisse der Kunden an. Aber auch eine beratende Tätigkeit - häufig in enger Zusammenarbeit mit dem Vertrieb - ist möglich.
Zum Tätigkeitsfeld der Produktentwicklung gehört auch die Arbeit des Projektmanagers, denn Produktentwicklung findet heute überwiegend im Team statt und wird in Projekten organisiert. Um die immer komplexeren Prozesse, die dabei ablaufen, zu beherrschen, braucht man "den Steuermann" oder "die Steuerfrau". Der Projektmanager konzipiert, organisiert und überwacht (inhaltlich, personell und finanziell) die Arbeiten innerhalb eines Projektes. Er hält ständig Verbindung zum Kunden und ist für die Qualität und die Termintreue der Projektarbeit verantwortlich. Dadurch gewährleistet er einerseits, dass der Kunde auch bekommt, was er bestellt hat und andererseits, dass das Projektteam sich auf die fachliche Arbeit konzentrieren kann.
Nicht zuletzt erfordert die Globalisierung der Märkte ein intensives Qualitätsmanagement. Qualität ist zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor geworden. Hinter den Begriffen ISO 9000, Produktsicherheit und Produkthaftung stehen vielseitige und anspruchsvolle Ingenieurstätigkeiten zur Qualitätssicherung, die sowohl die Tätigkeit des Projektmanagers betreffen als auch eine Spezialisierung der Ingenieurstätigkeit in Richtung Qualitätsmanagement ermöglichen.
Montage, Service und Fertigung sind die traditionellen Tätigkeitsfelder der Elektroingenieure. Sie erarbeiten den Produktionsablauf und die Prozessüberwachung unter technologischen und ökonomischen Gesichtspunkten. Diese Ingenieure projektieren und konstruieren Anlagen und Systeme, sind für Montage zuständig, nehmen Anlagen und Systeme in Betrieb oder halten sie instand.
Ein Montageingenieur steuert und überwacht Montageprozesse. Inbetriebsetzungsingenieure sind verantwortlich für das Funktionieren, den Test und die Dokumentation neuer technischer Änderungen. Sie schulen das künftige Bedienpersonal.
Der Konstrukteur wählt Werkstoffe und Komponenten aus und bestimmet Formgebungsvorgänge und Systemintegration. Die erstellten Konstruktionsunterlagen sind Voraussetzungen für den erfolgreichen Ablauf in der Fertigung. Fundierte Kenntnisse von Fertigungseinrichtungen sind deshalb die Basis der Konstrukteurstätigkeit.
Der Service-Ingenieur arbeitet meist vor Ort beim Kunden. Zu seinen Aufgaben zählen vor allem die Inbetriebnahme neuer und die Instandhaltung bereits bestehender Anlagen und Systeme.
Die Aufgabe bei der Inbetriebnahme besteht darin, vor Ort die meist komplexen Anlagen, Maschinen oder Geräte nach Plänen der projektierenden Abteilungen zum betriebsfähigen Ganzen zusammenzuführen und in Betrieb zu nehmen.
Instandhaltungsingenieure halten Anlagen auf dem neuesten Entwicklungsstand, checken sie in regelmäßigen Abständen durch und reparieren sie, wenn das nötig ist.
Vertrieb und Marketing sind relativ neue Betätigungsfelder für den Ingenieur. Das ist unter anderem dadurch bedingt, dass ein Verkäufer sein Produkt bis zu einem gewissen Grad kennen muss, um den Kunden zu überzeugen, dass es das Beste von 1000 möglichen anderen Produkten ist. Da die Produkte aber immer komplizierter werden, hat auch das notwendige Wissen des Verkäufers inzwischen Ingenieur-Niveau erreicht. Neben fundiertem technischem Wissen benötigt der Vertriebsingenieur auch das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge.
Der Vertriebs- und Marketing-Ingenieur beobachtet und analysiert den Markt, betreut und berät Kunden. Er sondiert also aus, nach welchen Lösungen der Kunde verlangt und welchen Markt es für Neuentwicklungen gibt. Er verhandelt mit den Kunden, schließt Verträge ab, erstellt technische Beschreibungen und Dokumentationen, führt Produkt-Präsentationen durch und begleitet die Markteinführung neuer Produkte.
