
Verbesserung der referenzlosen inertialen Objektverfolgung zur Low-cost Indoor-Navigation durch Anwendung der Kalman-Filterung
Obwohl in den letzten Jahren die Neuentwicklungen kleiner und preiswerter Inertialsensoren massiv vorangetrieben wurden, steht dem bisherigen Einsatz der inertialen Objektverfolgung im Low-cost-Bereich vor allem die Sensordrift der verwendeten Miniatursensoren entgegen. Bei dieser Sensordrift handelt es sich um einen zufälligen Nullpunktfehler (Offset, Bias). Dieser Nullpunktfehler entsteht aufgrund von Herstellungsungenauigkeiten, Temperaturänderungen, Umwelteinflüssen und Alterung. Zur Lösung dieses Problems wurden im Rahmen dieser Arbeit mit Hilfe des Kalman-Filter-Algorithmus und zusätzlicher Stützinformationen Verbesserungen in der inertialen Objektverfolgung unter Verwendung von Low-cost Miniatursensoren erreicht.
Das Kalman-Filter ist ein Optimalschätzer, welcher erlaubt, Systemzustände im Zustandsraum durch Nutzung redundanter Daten rekursiv zu schätzen. Die verwendeten Sensorsignale können zeitvariant und der zugrunde liegende Prozess instationär sein. Das Kalman-Filter weist einige Eigenschaften auf, die für Systeme der inertialen Objektverfolgung besonders vorteilhaft sind. Diese Vorteile sind die systematische Ermittlung der Filterkoeffizienten, die gute und zufriedenstellende Schätzung der Systemzustände während der Einschwingphase und die Berücksichtigung der stochastischen Prozesseinflüsse von Mess- und Modellfehlern.
Im Prinzip ist der Inhalt der Forschungsaktivitäten, die am Markt (teilweise noch als Prototypen) verfügbaren kleinen und preiswerten Inertialsensoren für den Bereich der Low-cost-Indoor-Navigation nutzbar zu machen. Die tragbaren Navigationssysteme sollen unabhängig von ihrer Umgebung für dreidimensionale Anwendungsfälle eingesetzt werden. Die Anwendung kleiner, nur wenige Gramm leichter und preiswerter Inertialsensoren hat den Vorteil, dass die Sensoren in das Objekt integriert werden, ohne eine externe Infrastruktur schaffen zu müssen. Außerdem haben sie den Vorteil, dass die Sensoren gekapselt werden können und so einen Schutz vor Feuchtigkeit und Schmutz aufweisen und dadurch unempfindlich gegen diese Einwirkungen sind. Hinzu kommt, dass die Sensorsysteme sehr flexibel für verschiedene Anwendungen einsetzbar sind, ohne den Arbeitsbereich einzuschränken und für Abschattungen anfällig zu sein.
Die bisherigen Nachteile der inertialen Indoor-Navigation auf der Basis von Low-cost-Miniatursensoren, nämlich die vorhandenen Abweichungen, welche durch die Auswertung der Inertialdaten entstehen, wurden im Rahmen dieser Arbeit durch die Realisierung von Hybridsystemen mit Hilfe von Magnetfeldsensoren im Bereich der Orientierungssensorik und durch redundante Sensoranordnungen im Bereich der Positionsbestimmung maßgeblich reduziert. Diese realisierte Redundanz ermöglicht die Verwendung von Stützinformationen, die mit Hilfe der modellbasierten Zustandsschätzung die Genauigkeit der inertialen Orientierungs- und Positionsbestimmung dahingehend verbessert, dass ein Einsatz in zahlreichen Anwendungen und Applikationen aus dem industriellen, medizinischen und Konsumerbereich möglich werden kann.
Das Ziel der Forschung ist, eine Verbesserung der inertialen Indoor-Navigation auf der Basis von Low-cost-Miniatursensoren.

